Interessengemeinschaft gestohlene Kinder der DDR e.V.

Betroffene von Zwangsadoptionen und Säuglingstod / Kindestod der ehemaligen DDR suchen Ihre Kinder


 

 


Und als Folge nun der offene Brief einer Betroffenen an den Verfasser dieser "Pseudo-Studie"

( die Genehmigung zur Veröffentlichung dieses offenen Briefes liegt der Interessengemeinschaft gestohlene Kinder der DDR schriftlich vor )


Stellungnahme der Interessengemeinschaft gestohlene Kinder der DDR

zum MDR.de Artikel:

„KEINE BEWEISE FÜR KINDESRAUB IN DER DDR“ vom  06.03.2020 und zur Buchveröffentlichung der gleichnamigen „Pseudostudie“

"Fake News" belasten DDR-Unrechtsopfer erneut


Am 06.03.2020 veröffentlichte MDR.de einen Artikel mit der Überschrift „KEINE BEWEISE FÜR KINDESRAUB IN DER DDR“, in dem es um Fälle geht, bei denen nach der Geburt Säuglinge verschwanden und/ oder für tot erklärt wurden.

Dieser Vorwurf, dass die Kinder nach der Geburt nicht verstorben, sondern vom Staat geraubt wurden, wird als ungeheuerliche Anschuldigung bezeichnet und wird, so wörtlich:

„immer wieder von Müttern erhoben, die in der ehemaligen DDR ihr Kind verloren haben und vor vielen unbeantworteten Fragen stehen.“


Eine Studie des Medizinhistorikers Prof. Dr. Florian Steger soll nun diese Vorwürfe entkräftet haben. Aufgrund von „vielen Zeitzeugengesprächen und umfangreichen Archivrecherchen“ habe er nicht zeigen können, dass dieser Vorwurf berechtigt sei und somit eine weitere Studie zu diesem Thema nicht notwendig sei.

Mittlerweile wird schon wieder ein wenig “zurückgerudert”, aber das reicht natürlich überhaupt nicht.

https://www.mz-web.de/merseburg/-gestohlene-kinder-der-ddr--interessengemeinschaft-zweifelt-studie-zu-baby-raub-an-36406536?originalReferrer=https://www.facebook.com/


https://www.mdr.de/nachrichten/audio/audio-1337422.html




Stellungnahme der Interessengemeinschaft gestohlene Kinder der DDR


Rückblende:


Bei einem Besuch von Mitgliedern unseres Vorstands am 18.04.2018 bei Frau Neumann-Becker zum Thema Zwangsadoptionen und vorgetäuschtem Säuglingstod in der DDR, ging es Frau Neumann-Becker aufgrund der „unhaltbaren Vorwürfe“ von Betroffenen hauptsächlich darum, den Müttern zu vermitteln, mit der Trauerbewältigung zu beginnen, um mit ihren Zweifeln abschließen zu können.

Aufgrund dieser Äußerungen wurde Frau Neumann Becker von uns aufgefordert, den Betroffenen in der Öffentlichkeit mehr Sensibilität und ehrliches Verständnis entgegenzubringen und endlich damit zu beginnen, die Fälle im Detail und mit mehr Engagement zu bearbeiten. Bei dieser Gelegenheit teilte sie mit, dass sie beabsichtige, eine wissenschaftliche Studie zu beauftragen, die eben genau diese detaillierte Untersuchung der wirklichen Gegebenheiten zum Ziel hätte. In diesem Zusammenhang warb sie um das Vertrauen der Betroffenen und bat die anwesenden Vorstandsmitglieder, bei den Mitgliedern für diese Maßnahme zu werben. Ein hoch angesehener und unabhängiger Wissenschaftler der Universität in Ulm würde diese Studie durchführen und sei über jeden Verdacht der Voreingenommenheit erhaben. 


Aktuell:


Am 01.03.2020 wurde offiziell ein Buch mit dem Titel „Wo ist mein Kind“ von Florian Steger vorgestellt, in dem auf Basis wissenschaftlicher Studien dokumentiert und damit auch abschließend aufgeklärt werden sollte, dass es in der DDR nach seinen umfangreichen Recherchen keinen vorgetäuschten Säuglingstod gegeben haben kann.

Sieht man sich alleine nur das Quellenverzeichnis des Buches an, fragt man sich:

Wo kommen die 200 Betroffenen her, die angeblich beraten und für die recherchiert wurde?

Offensichtlich geschah dies nur durch Internetrecherchen auf Basis bereits vorhandener und allgemein zugänglicher Informationen. Wann und wo wurden persönlich Archive, Krankenhäuser usw. aufgesucht, um z. Bsp. Geburts-, Sterbe-und Friedhofsunterlagen sowie Pathologieberichte und vieles mehr zu sichten bzw. um die Lücken in den Akten der Betroffenen zu schließen? Wurden die Akten der Jugendämter und Adoptionsstellen überprüft und welche Vergleiche wurden mit Statistiken der Säuglingssterblichkeit durchgeführt. Gab es überhaupt irgendwelche zusätzlichen Interviews, z.B. mit ehemaligen Hebammen, Mitarbeitern der Jugendhilfe oder der Adoptionsstellen? Hat irgendeine Befragung eines Bestatters oder Mitarbeiter eines Friedhofs stattgefunden?

Antworten auf berechtigte Fragen der Betroffenen sucht man in den Ergebnissen des Professors für Medizinethik vergebens.
Das einzig Konkrete für die Betroffenen, die sich vertrauensvoll und voller Hoffnung auf unabhängige Aufklärung an diesen „Pseudowissenschaftler“ gewandt haben, ist der Hinweis von ihm und seiner Auftraggeberin,  dass nun endlich alle Opfer  von DDR-Unrecht mit der notwendigen Trauerbewältigung beginnen können und endlich mit diesem „unsäglichen“ Thema abschließen sollten.
Frau Neumann-Becker nutzte die Situation bei der Buchveröffentlichung sogar dazu, sogleich ein Angebot an die Betroffenen zu machen und offerierte die erforderlichen Rahmenbedingungen in ihrer Behörde.

Diese „Studie“ ist keine wissenschaftlich fundierte und professionelle Arbeit, sondern eine Farce und ein Faustschlag mitten ins Gesicht aller Betroffenen, die teilweise seit Jahrzehnten nach ihren angeblich verstorbenen Kindern suchen und alles dafür tun, um  herauszufinden, was wirklich passiert ist.



Und wer immer behauptet, dass es dies in Krankenhäusern und Geburtskliniken nicht gegeben haben kann, weil das Netz der Stasi niemals so groß hätte gestrickt werden können, um solche grauenhafte Dinge zu tun, der kennt die ehemalige DDR und noch weniger die Machenschaften und das riesige Netzwerk der Stasi nicht im Geringsten und sollte sich darüber auch kein abschließendes Urteil erlauben dürfen.



Wir fordern im Namen aller Betroffenen von vorgetäuschtem Säuglingstod in der DDR die Protagonisten dieses „Zauberschauspiels“ auf, sich öffentlich für diese Verhöhnung der Opfer von DDR-Unrecht zu entschuldigen und die Rücknahme ihrer unbelegten Behauptungen gegenüber den Medien und der Öffentlichkeit zu deklarieren.




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